Vorteile der Dehnungshaltung bei Pferden mit flachem Huf

Die Dehnungshaltung – Eine Betrachtung unter anatomischen Gesichtspunkten

Die Dehnungshaltung, auch Vorwärts-Abwärts genannt, ist ein wiederkehrendes Thema unter Reitern und Ausbildern. Hierbei streckt das Pferd Kopf und Hals nach „vorne-abwärts“, wölbt den Rücken auf und tritt fleißig mit der Hinterhand unter. Für die Einen ist diese Haltung die Vorbereitung auf das Geritten werden des jungen Pferdes und Heilung beim alten Pferd für die meisten körperlichen Fehlentwicklungen. Für die Anderen ist sie eine schädliche Reitweise die zum Verschleiß der Vorhand führt und das Pferd in eine Demutshaltung zwingt. Um diese Meinungen zu verstehen, zu unterstreichen oder wiederlegen zu können, hilft die Betrachtung der Anatomie und Biomechanik des Pferdes. Nur so lässt sich erklären welchen Sinn diese Übung hat und erlaubt die Prüfung ob sie ihn erfüllt oder nicht. Zudem erhält man Aufschluss über die Fähigkeiten und Grenzen der betroffenen Strukturen und kann verstehen wann ein Muskel oder ein Gelenk physiologisch arbeiteten und wann diese Grenze überschritten wird. Mit Hilfe dieser Kenntnisse ist es dann möglich eine richtig gerittene Dehnungshaltung von einer Falschen zu Unterscheiden und sie gezielt einzusetzen. … Die Facharbeit erläutert zudem den Einfluss der Dehnungshaltung auf flache Hufsituationen.

Die Facharbeit kann angefordert werden bei: LeonieWe@web.de

Warum hat mein Pferd abgelaufene Zehen?

Einleitung der Facharbeit:

Wenn ein Pferd seine Hinterhufe nicht richtig vom Boden hebt und diese hinter sich herzieht, wird die Zehe schnell abgelaufen. Es entsteht ein eckiger Hinterhuf, dessen Zehe leicht bis stark abgeschliffen ist.

Bei manchen Pferden ist das Schleifen der Hinterhufe in der Bewegung sogar gut sicht- und oder hörbar. Dieses Phänomen muss an sich nicht unbedingt ein Problem sein und kann in vielen Fällen durch eine korrekte Hufbearbeitung auch deutlich verbessert werden (vgl. Q1).

Pferde mit schleifenden Hinterfüßen werden gern als faul bezeichnet, doch dieses Laufverhalten weist vielmehr auf einen gestörten Bewegungsablauf des Pferdes hin (vgl. Q1). Es handelt sich um eine Art der Hangbeinlahmheit, die an einem oder beiden Hinterbeinen auftreten kann. Aus einem bestimmten Grund hat das Pferd Schwierigkeiten, die Hinterhand zu beugen und schleift beim Vorführen des Beins mit der Zehe des Hufes über den Boden (vgl. Q2).

Bei der Suche nach den Ursachen für die abgelaufenen Zehen des Pferdes wird neben allgemeinen Informationen zum Gesundheitszustand das Laufverhalten des Pferdes untersucht. In erster Linie ist zu überprüfen, ob die Hufe korrekt bearbeitet wurden bzw. ob eine zu lange Zehe der Grund für das Schleifen der Hufe ist. Ist dies ausgeschlossen, sollte untersucht werden, ob eine akute Verletzung die Lahmheit verursacht oder ob das Pferd bekanntermaßen an Arthrose in einem der Gelenke leidet. Allgemein gibt es viele mögliche Ursachen für abgelaufene Zehen der Hinterhand, von Gelenkproblemen über Muskelverspannungen und Verletzungen hin zu neurologischen Problemen (vgl. Q3). Im Folgenden werden die häufigsten Ursachen für abgelaufene Zehen der Hinterhand genauer beschrieben.

Die komplette Facharbeit kann bezogen werden bei: sophia-greiner@web.de

 

Das ungewünschte Drehen der Hinterhand

Facharbeit der Hufpflegeschüler Bettina Kunkel und Julian Berresheim:

Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieses Thema grundsätzlich noch tiefer erforscht werden muss. Interessant wären hierbei Langzeitstudien von Pferden die dieses Bewegungsmuster aufweisen und welche regelmässig in diesem Zusammenhang und Zeitraum unter tierärztlicher Betreuung stehen.

Für uns lässt sich der Gedanke, das dieses Verhalten eine gewollte Entlastung erzielen soll, logisch nachvollziehen. Stellt man sich vor, man hätte selbst ein Problem, z.B. im Kniebereich versucht man auch unangenehmes Empfinden durch eine besondere bzw. andere Stellung beim Bewegen oder beim Auf- bzw. Abfußen einzunehmen.

Auch wenn wir also nun eher von einem Schmerzauslöser ausgehen, sollte man nicht gleich in Panik verfallen. Denkt man mal an seinen eigenen Gang und wirft einen Blick auf sein Schuhwerk, wird dem ein oder anderen von uns eventuell auch schnell etwas auffallen. Wäre ich ein Pferd, könnte man über mein Laufverhalten sagen, dass ich eine eher Bodenweite/Zehenenge (die Gliedmaße verläuft bis zum Fesselgelenk nach außen, das Fesselbein zeigt nach innen) Stellung habe. Dies verursacht eine stärkere Abnutzung meiner lateralen „Sohlen-aussenwände“.

Nun ist mir bewusst, dass ich nicht der einzige Mensch bin, der dieses Laufverhalten zeigt. Ich habe diesbezüglich keine große Studie betrieben, aber es ist anzunehmen, dass diese sozusagen „Fehlstellung“ nicht automatisch zu späteren gravierenden Arthrosen führen wird, welche mich enorm einschränken werden.

Vermutlich steht der weitere Verlauf, in welchem Maße sich Arthrosen oder andere Veränderungen entwickeln werden, in einem Zusammenspiel von mehreren Faktoren, wie z. B. die grundsätzliche Körperfitness. Also wie fit und „stark“ die gesamte Muskulatur eigentlich ist. Je besser diese in Form ist, umso leichter fällt es dem Körper manches auszugleichen. Weitere Faktoren die ein Krankheitsbild begünstigen würden, wären wahrscheinlich zusätzliche Erkrankungen des Bewegungsapparates, sowie eine falsche Hufbearbeitung welche das Pferd zwingen würde eine erneute bzw. weitere Dysbalance auszugleichen.

Was das Training sowie die Hufbearbeitung betrifft haben wir verschiedene Ansatzmöglichkeiten aufgezeigt. Im Vordergrund sollte immer zuerst das jeweilige Pferd betrachtet werden, der Körperzustand, das Alter, die Umgebung in der es lebt, wie es „genutzt“ wird usw. und individuell entschieden werden was diesem Pferd gut tut. Der Zeitfaktor spielt ausserdem eine erwähnenswerte Rolle. Manchmal benötigt man einfach einen „längeren Atem“ um ein gewünschtes Bearbeitungsziel zu erreichen und manchmal nähert man sich diesem nur sehr mühselig.

In manchen Fällen spielt das Ziel auch gar keine Rolle, sondern es geht immer nur um kleine Schritte die in die richtige Richtung führen, damit das Pferd entlastet wird. Ganz nach dem Motto “ in der Ruhe liegt die Kraft“. Wichtig dabei ist aber auf jeden fall, eine fachmännische und stetige Hufbearbeitung. Wir sind der Meinung, erlaubt ist alles was hilft wenn man es von allen Seiten und objektiv betrachtet.

Die komplette Facharbeit kann unter folgender Mail-Adresse bezogen werden: bettina@lidak.de